Tuesday, September 17, 2019
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WWOOFing: Urlaub auf dem Bauernhof für Schnäppchen-Jäger

Bauernhof statt Strand: Für immer mehr Urlauber besteht das Glück im Mithelfen auf einem Bauernhof. WWOOFing heißt der neue Trend, bei der Urlauber freiwillig die Mistgabel schwingen. Das Tolle ist: Geld sparen kann man dabei eine ganze Menge.


WWOOFing: Urlaub machen und dabei Gutes tun

Was ist WWOOFing?

Ställe ausmisten, Kühe melken, Pferde striegeln oder Hühner füttern: Für immer mehr Urlauber gehört diese Art der Betätigung zur schönsten Zeit des Jahres. Freiwillige helfen auf Bauernhöfen aus und entdecken eine neue Seite an sich. Während andere Urlauber einen Cocktail am Pool genießen, schaltet der WWOOFer beim Melken, Ausmisten, oder Holz hacken ab. Viele gestresste Menschen suchen nach neuen Aktivitäten für die Urlaubszeit. Die herkömmlichen Betätigungen sind längst ausgereizt oder geben nicht mehr den nötigen Erholungsfaktor. Eine neue Beschäftigung muss her.

Wer setzte diesen Trend?

Der Trend begann mit der Idee einer englischen Sekretärin, die 1971 während eines Wochenendtrips ihre Schreibmaschine gegen eine Mistgabel tauschte. Der Besuch auf dem Land kostete sie nichts, denn für die Arbeit auf dem Bauernhof waren Kost und Logis frei. Die Dame organisierte daraufhin weitere Wochenenden für andere interessierte Helfer, und immer mehr Freiwillige wollten das ausprobieren. Was als Idee dieser Sekretärin begann, löste eine Welle von Nachahmern aus. Das Netzwerk WWOOF (Working Weekends on Organic Farms) war geboren. Heute heißt das Angebot „World Wide Opportunities on Organic Farms” und der Ausflug aufs Land dauert meist länger als nur ein Wochenende. Die meisten Urlauber buchen gleich ein bis zwei Wochen, einige sogar ein paar Monate. Zu Beginn dieses Trends waren die Ausflüge noch im Umkreis der Urlauber. Heute arbeiten WWOOFer auf Farmen weltweit.

Wo findet man diese Höfe?

Aktuell gibt es über 100 Länder, die WWOOF-Höfe anbieten. Die Sehnsucht nach dem Leben auf dem Bauernhof scheint groß zu sein, denn zigtausend Freiwillige nehmen jedes Jahr teil. Das Konzept hat sich bis heute nicht geändert: In der Regel arbeiten WWOOFer an den Wochentagen bis zu sechs Stunden pro Tag und erhalten dafür Verpflegung und Unterkunft umsonst. Die Wochenenden sind in der Regel frei.

Auf den folgenden Webseiten befinden sich weitere Informationen zur Anmeldung:

http://www.wwoof.de/
http://www.farmarbeit.de/wwoof-neuseeland.html
http://www.auszeitneuseeland.com/jobben/wwoof_neuseeland.html

Für die Einsicht in die Datenbank der Höfe zahlt man üblicherweise eine Teilnahmegebühr von 56 Euro. Hier registriert man sich bequem online für das Land, in das man reisen möchte. Urlauber müssen sich hier jedoch auf ein Land festlegen. Für eine andere Landesliste müssen gegebenenfalls erneut Gebühren gezahlt werden. Einen Überblick erhalten Sie hier: www.wwoofinternational.org.

Beispiele

Land-Liebhaber und Fernreisende können beispielsweise auf der Siempreverde-Farm im Süden von Chile beim biologischen Anbau von Pflanzen, Obst und Gemüse mithelfen. WWOOFer arbeiten hier an den vielen Pflanzen in den Gartenanlagen und Gewächshäusern. In der Freizeit können die Urlauber dann den Villarica-Vulkan erklimmen oder eine Rafting-Tour über den Trancura-Fluss machen.

Wer nicht so weit reisen möchte, kann sich auch auf den Seiten von WWOOF Deutschland oder WWOOF Österreich umsehen. Auch hier gibt es atemberaubende Regionen wie beispielsweise die Obersteiermark. Hier stellen WWOOFer zum Beispiel selbst Ziegenkäse her. Freiwillige helfen auch beim Bau von Zäunen vor oder Häusern.

Fazit:

WWOFing ist nichts für jedermann. Für diese Art des Urlaubs muss man eine gewisse Affinität mitbringen. Wer jedoch Spaß an der Landarbeit hat und sich günstig eine Auszeit verschaffen möchte, ist gut aufgehoben. Diese Erfahrung hat Lebensstile verändert, sagen Teilnehmer. Zusätzlich erhoffen sich die Veranstalter eine bessere Verbreitung der biologischen und nachhaltigen Agrarwirtschaft.