Tuesday, June 25, 2019
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Ökourlaub: Nützlicher Trend oder gut gemeinter Unsinn?

Immer mehr junge Menschen streben im Urlaub nach Natur und grünen Erlebnissen. Reiseunternehmen haben diesen Trend entdeckt und bieten Angebote wie Safari, Wellness oder Sozialromantik. Doch nicht alle dieser Trips sind ökologisch sinnvoll.

Um außergewöhnliche Erfahrungen zu machen, Land und Leute kennenzulernen oder einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, empfiehlt es sich, bei einem erfahrenen Reiseanbieter Pauschalreisen zu buchen. Diese sind oftmals von Angestellten getestet und versprechen einen gelungenen Urlaub. Besonders den Hobbynaturschützern fehlt es für ein längeres Engagement oft an der nötigen Zeit.

Das Angebot für Naturliebhaber ist groß: Tierschutz in Südafrika oder Überlebenstraining in Südamerika. Für jeden ist etwas dabei. Buchbar sind verschiedene Varianten: Hilfsprojekte, Kombination aus Erlebnisurlaub und Umweltschutz oder Sprachkurse mit Öko-Ausflügen. Für den Kunden sind diese Reisen aber auch frei kombinierbar und es lassen sich leicht Aktivitäten in allen Kombinationen hinzu buchen.

Neuer Trend Voluntourismus

Der Trend geht heute zum Voluntourismus. Das ist eine Mischung aus Erholung und guter Tat. In den USA und England sind solche Angebote schon seit 30 Jahren etabliert. In Deutschland steigt das Interesse an Öko-Urlaub derzeit stark an. Doch wer interessiert sich für diese spezielle Art der Freizeitgestaltung? Es sind zumeist junge Menschen kurz nach dem Abitur oder Studium. Diese Zielgruppe möchte keinen Urlaub von der Stange. Abenteuer und einzigartige Erlebnisse stehen auf der Wunschliste. Es warten besondere Eindrücke von Land und Leuten, auch und gerade mit sozialen Kontakten zu Einheimischen.

Unrealistische Versprechen der Veranstalter

Doch diese Art von Urlaub bringt auch Nachteile mit sich. Oft kommen junge Menschen ohne große Vorbereitung in ein fremdes Land und sollen dabei helfen, Tiere zu betreuen, Häuser zu errichten oder sich an andere sozialen Projekten zu beteiligen. Viele von ihnen gehen mit einem Übereifer an die Arbeit und können mit fehlendem Wissen Schaden anrichten. Um das zu verhindern, wird den Urlaubern professionelles Personal an die Seite gestellt. Diese erfahrenen Personen geben Anleitungen und kennen die örtlichen Gegebenheiten sehr gut.

Jedoch ähnlich wie bei den Nahrungsmitteln ist Bio nicht gleich Bio und Fair Travel nicht gleich Fair Travel. Einer der ersten Anbieter unter den großen Reiseveranstaltern beim Thema Umwelt war und ist der Branchenprimus TUI. Schon vor Jahren hatte der Reisekonzern einen eigenen Umweltbeauftragten, der sich intensiv dieses Nischenbereiches annahm. Es haben sich zwei Siegel entwickelt, mit denen auf Reiseportalen umweltschonende Hotels gekennzeichnet werden.

Neue Gütesiegel trennen die Spreu vom Weizen

Diese Häuser müssen ihr Umweltbewusstsein beweisen und diversen Standards entsprechen. Die Vergabe der Siegel erfolgt nach einer Überprüfung durch spezielle Experten.

Meist ist die Reisezeit viel zu kurz, so dass das Erlernte gar nicht lange eingesetzt werden kann. Bis sich Neulinge beispielsweise im Wald orientieren oder Tiere auseinanderhalten können, vergehen bis zu drei Wochen. Wissenschaftlern vor Ort ist es lieber, Biologiestudenten bei ihren Verhaltensstudien einzusetzen. Die haben einiges an Vorwissen und gehen bedachter mit der Natur um.

Fazit: Diese Art von Urlaub in Verbindung mit Freiwilligendienst schafft Arbeitsplätze und stärkt zusätzlich die Infrastruktur des Landes. Junge Menschen helfen den Projekten durch ihr Engagement, sie können für den Naturschutz sensibilisiert werden und sammeln in fremden Ländern wichtige Erfahrungen, die den eigenen Horizont erweitern.