Monday, August 19, 2019
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Live-Shopping: Sparen ja, Vielfalt nein

Das Internet bietet Tag für Tag neue Ideen und Angebote. Die Idee von Live-Shopping-Portalen ist ebenso einfach wie überzeugend. Große Erwartungen an die Vielfalt sollte man dabei aber nicht haben: Sie werden nur selten erfüllt.


Schnäppchen machen und bares Geld sparen: Website von Woot.com (Quelle: Woot.com)

Wie funktioniert Live Shopping?

An einem festgelegten Tag wird ein bestimmtes Produkt zu einem festen Preis verkauft. Der Unterschied zu normalen Online-Kaufhäusern oder Ebay ist, dass auf diesen Portalen nur ein einziger Artikel für 24 Stunden zum Festpreis angeboten wird. Dieser ist meist deutlich günstiger als der Preis bei anderen Seiten. Trotzdem empfiehlt es sich, vor dem Kauf Preise zu vergleichen. Der Trend “Live Shopping” ist ein stammt aus den USA und stellt eine Alternative zum herkömmlichen Online-Shopping dar.

Die Idee des Live-Shopping sind sehr elementar und vermutlich gerade deshalb so überzeugend und profitabel für Anbieter sowie Kunden. Diese Art des Einkaufens funktioniert nach dem Motto „One Day, One Deal“. Beim Live-Shopping wird nur ein Produkt angeboten. Durch die großen Abnahmemengen kann der Verkäufer hier einen viel günstigeren Preis an die Kunden weitergeben. Da das Angebot zeitlich begrenzt ist, muss sich der Kunde schnell entscheiden. Das verursacht oft Spontankäufe, bei denen der User Artikel erwirbt, die er nach reiflicher Überlegung vielleicht nicht gekauft hätte. Hinzu kommt der Aspekt der Verknappung. In begrenzter Zeit und mit limitierter Stückzahl wird bei vielen Kunden ein Reiz ausgelöst, der zum Spontankauf verleitet. Die Preise der Artikel liegen meist weit unter den unverbindlichen Preisempfehlungen des Herstellers. Oft besitzen diese Angebote für den entsprechenden Tag den günstigsten im Internet Online-Preis.

Woher kommt der neue Trend?

Die Idee fundiert auf dem Woot-Prinzip. Namensgeber ist die Firma Woot Inc. aus den USA, die es entwickelt und über ihre Internet-Verkaufsplattform bereits 2004 realisiert hat. Der Bezeichnung Woot werden verschiedene Herkünfte angedeutet. Zum einen ist es das W00t, welches in Chats und Foren eine übergroße Freude bekundet. Auf der anderen Seite kann woot auch Sieg bzw. Triumph bedeuten. Eine andere Herkunftsdeutung ist „Want one of those“ bzw. „Ich will eins von denen“. Welche Deutung auch immer herangezogen wird, Woot hat es 2007 geschafft, zum „Wort des Jahres“ zu werden.

Nach welchem Prinzip läuft es ab?

Das Prinzip ist einfach: Portale wie guut.de oder Preisbock bieten größere Mengen eines Produkts an, die sie dann zum günstigen Preis an die Käufer abgeben können. Dabei wird immer ein Rückgaberecht angeboten. Bei den meisten Anbietern informiert ein Newsletter täglich über neue Angebote. Dadurch werden Kunden stets über aktuelle Schnäppchen auf dem Laufenden gehalten. Viele Portale setzen zusätzlich auf den Community-Gedanken. Beispielsweise auf Facebook kann jeder User das Angebot des Tages kommentieren und bewerten.

Bei guut.de stehen die jeweiligen Artikel für meist 24 Stunden zum Verkauf. In dieser Zeitspanne können die User bestimmte vergünstigte Dinge kaufen. Der Shop bietet jeden Tag ab Mitternacht je ein „Tagesguut“ an. Die Auswahl der Produkte ist groß. Das kann einerseits ein iPod oder ein Lautsprecher sein, aber auch Hörbücher oder LED-Fernseher sind im Angebot. Da die Stückzeit begrenzt ist, kann es hier auch passieren, dass der Artikel schnell ausverkauft ist und das Angebot somit vorzeitig beendet wird. Im Webshop sieht man auf einen Blick, wie viel Prozent des Artikels noch zu haben sind.

User müssen hier also schnell zuschlagen. Ein Beispiel: guut.de verkaufte eine Darda-Autorennbahn für 14,99 Euro. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers lag bei 39,90 Euro. Der Preis bei Amazon belief sich hier auf 30 Euro. Zum Verkaufspreis kommen Versandgebühren in Höhe von 4,99 Euro hinzu.

Auch das Live-Shopping-Portal Preisbock funktioniert nach diesem Prinzip. Der Unterschied hier jedoch ist, dass neue Artikel täglich ab neun Uhr im Angebot sind und nicht ab Mitternacht. Wie viele Produkte des gleichen Artikels jeder Kunde kaufen kann, hängt von den vorhandenen Mengen ab. Das Angebot ist bei allen Anbietern breit gefächert. Hier stehen Unterhaltungselektronik oder Computerzubehör oftmals im Mittelpunkt. Verkauft werden aber auch Küchengeräte, Mode oder Sportartikel.

Auch hier lassen sich oft Schnäppchen ergattern. Jedoch lohnt sich immer ein Vergleich mit anderen Online-Shops. Den iPod nano der vierten Generation gibt es bei Preisbock beispielsweise schon für 99 Euro. Eins sollte man dabei aber immer beachten: Es handelt sich bei den Artikeln oft nicht um das neueste Modell, sondern um den Vorgängermodelle. Online-Shopper müssen die Artikel hier sehr genau unter die Lupe nehmen.