Monday, February 24, 2020
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iOS App von Apple ermöglicht Chatten ohne Internet und kostenlos

Da kann die NSA mal nicht mitlesen: Eine neue iPhone-App macht es möglich, dass Smartphone Besitzer der Netzzensur zu entgehen. Eine neue und kostenfreie Technik für Chatter.

Wie funktioniert die neue Technik?

Mit dem neuen Programm FireChat haben Anwender die Möglichkeit, direkt zu kommunizieren. Eine Internetverbindung ist für diese Technik nicht nötig. Diese sogenannten Mesh-Netzwerke verbinden Geräte untereinander, auch über weite Strecken. Apples Betriebssystem iOS 7 bietet mit einer neuen Technik eine Vernetzungsmöglichkeit über WLAN und Bluetooth zwischen iOS-Geräten, ohne dass dafür eine Internetverbindung bestehen muss. Wie funktioniert das Chatten ohne Internet? Was sich im ersten Moment unglaubwürdig anhört, hat ein kalifornisches Startup schon in die Tat umgesetzt. Das Unternehmen „Open Garden“ arbeitet schon länger an diesem Projekt, das Leute leichter und direkt miteinander verbindet. Die Anwendung ist kostenfrei. FireChat nutzt hierfür ein neu eingeführtes Merkmal namens Multipeer Connectivity Framework, das die direkte Kommunikation zwischen Endgeräten ohne vorhandene Internetverbindung oder zentrale Server ermöglicht. Vorerst ist es nur für iOS-Geräte nutzbar, die die neuste Version (iOS 7) installiert haben. Diese Technik wird schon bei Apples Airdrop-Funktion zum Austausch von Daten genutzt.

Mesh-Netzwerke können zur Kommunikation oder zum Datenaustausch genutzt werden, selbst wenn keine aktive Verbindung zu einem Netzwerk existiert. WLAN oder Bluetooth reichen, um Smartphones oder Tablets mit einem anderen Gerät in der Nähe zu verbinden.

Was bietet die App?

Die Anwendung bietet einerseits einen globalen Chatstream für alle Nachrichten. Zudem gibt es einen “Nearby”-Chatraum, in dem Texte und Fotos erscheinen, die in einem Abstand von weniger als zehn Metern versendet werden. Mit Hilfe der Multipeer Connectivity Framework Technologie funktioniert das jetzt auch in Funklöchern.

Die Kommunikation funktioniert aber auch über weitere Strecken. Wenn genügend Endgeräte innerhalb einer Mesh-Kette miteinander verbunden sind, können Informationen auch über größere Distanzen ausgetauscht werden, ohne dass eine Internetaktivität nötig ist. Die Reichweite kommt hier immer auf die sich in der Nähe befindenden Geräte an und kann somit schon mal auf mehrere hundert Meter ansteigen. Die App verzeichnet aktuell um die 100.000 Downloads pro Tag und wird schon in vielen Ländern benutzt. Das Potential von Wireless Mesh Networking, das in dem Multipeer Connectivity Framework von iOS 7 integriert ist, geht aber noch über die Features von FireChat hinaus. Theoretisch ließe sich damit eine Internetverbindung mittels Peer-to-Peer-Verbindungen auch an schwer erreichbare Orte wie beispielsweise ländliche Gegenden weiterleiten. Auf die gleiche Technik basiert übrigens auch das iOS-Feature AirDrop.

Als eine Anwendungsmöglichkeit für die Technologie wurde ein Marathon in Kalifornien genutzt. Dieser Lauf führte durch einen Wald voller Bäume und lässt so gut wie keinen Handy-Empfang zu. Mit dem dort erzeugten Mesh Network  ließ sich mit Hilfe mehrerer iPhones über die gesamte Strecke ein Internet-Zugang erschaffen. Besonders nützlich wäre diese Funktion zum Beispiel in Katastrophenfällen, wenn das Handy-Netz zusammengebrochen ist. Auch in überfüllten Stadien oder auf Messen mit tausenden von Menschen auf einem engen Raum ist diese Technik nutzbar.

Fazit:

Zurzeit ist FireChat noch die erste bekannte Smartphone-App, die Mitteilungen und Bilder nur über Mesh-Konstrukte versenden kann. Apple hat hiermit eine Anwendung eröffnet, die Weltveränderungspotenzial besitzen kann. Eine entsprechende Android-Funktion gibt es leider noch nicht, wird aber höchstwahrscheinlich bald erscheinen. Sobald Mesh Networking für alle Geräte und Betriebssysteme verfügbar ist, können mehrere entsprechende Apps entstehen. Auf diese Weise können viele unabhängige Netzwerke entstehen, die nur schwer überwachbar wären.