Monday, September 27, 2021
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Facebook testet neue Gesichtserkennung

Facebook hat eine brandneue Gesichtserkennungstechnik entwickelt, die Personen mit einer Genauigkeit von 97,25 Prozent erkennen kann. Menschen erreichen beispielsweise eine Genauigkeit von 97,50 Prozent. Das zeigt, wie weit die neue Technik schon auf diesem Gebiet schon fortgeschritten ist.


Plant mit “DeepFace”-Technologie neuartige Gesichtserkennung: Facebook (Quelle: Facebook.com)

Was ist eine Gesichtserkennung?

Eine Gesichtserkennung soll es Benutzern ermöglichen, im Netzwerk hochgeladene Fotos schneller mit Profilen anderer Nutzer zu verbinden. Hierbei verglicht eine Software biometrische Merkmale der Fotos mit gespeicherten Bildern. Das Bildanalyseverfahren der Gesichtserkennung beruht hierbei auf mathematischen Berechnungen.

Was kann die neue Software?

Vor ein paar Tagen hat Facebook hat eine neuartige Gesichtserkennungs-Technologie vorgestellt. Getauft wurde diese Software auf den Namen „DeepFace“. Sie soll Gesichter mit einer Genauigkeit von 97,25 Prozent erkennen. Dieser Wert entspricht nahezu dem des menschlichen Auges und ist eine Revolution auf diesem Gebiet. DeepFace identifiziert damit Gesichter auf Bildern mit einer 25 Prozent zuverlässigeren Genauigkeit als bisher bekannte Techniken. Das menschliche Auge ist nur unwesentlich besser als der Computer.

Was steckt hinter der technischen Neuheit?

Facebook hat den brandneuen Gesichtserkennungs-Algorithmus anhand von vier Mio. Gesichtern und über 4.000 Nutzern des Netzwerkes getestet.
Dabei werden hochgeladene Fotos mithilfe von biometrischen Merkmalen analysiert. Der Dienst erstellt hierfür zuerst ein 3D-Modell eines Bildes. Gesichter, die beispielsweise von der Seite aufgenommen wurden, werden auf diese Weise gerade gedreht. Daraufhin wird aus dem 3D-Bild wieder ein 2D-Bild generiert. Das ist die Basis und erweitert die Anwendungsmöglichkeiten der Software immens.

Wird die Gesichtserkennung auch im deutschen Facebook verwendet?

Der Einsatz dieser Software in Deutschland ist nicht zu erwarten. Schon vor einigen Jahren hat die Gesichtserkennung in Facebook die Datenschützer alarmiert. Nach deutschem Datenschutzrecht ist der Einsatz dieser Technik nicht erlaubt. Die Datenschützer reklamierten, dass Facebook mit dieser Technik die vermutlich weltweit größte Datenbank mit biometrischen Merkmalen einzelner Personen aufbaut. Das verstößt eindeutig gegen europäisches und deutsches Datenschutzrecht.

Wie geht Facebook aktuell mit Nutzerdaten um?

Eine irische Behörde hat das Netzwerk vor einem Jahr bezüglich mehrerer, für den Datenschutz sensiblen Punkte, angemahnt und Empfehlungen gegeben, diese zu verbessern. Im neuen und aktuellen Bericht wird dem Unternehmen jetzt ein insgesamt gutes Zeugnis ausgestellt. Der Großteil der Empfehlungen sind von Facebook umgesetzt worden. Sie zeigen sich neuerdings auch transparenter, was den Umgang mit Daten der Nutzer angeht. Die User des Netzwerks haben eine immer größere Kontrolle über die Einstellungen erhalten und können die in ihrem Profil hinterlegten Elemente, wie Bilder oder Beiträge, wieder löschen. Zudem hat Facebook klare Fristen eingeführt, bis zu denen Daten der Nutzer aufbewahrt werden.

Fazit

Alles in Allem muss jeder Nutzer selbst entscheiden, welche Daten oder Bilder er im Internet von sich preis gibt. Ein jeder sollte diesbezüglich genau darauf achten, welche Informationen er im Netzwerk hinterlassen möchte. Wer keine Bilder von sich bei Facebook ablegt, dessen Gesicht kann auch nicht erkannt werden.