Tuesday, November 19, 2019
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Facebook kauft WhatsApp für 19 Millarden Dollar

Zwei der größten Online-Dienste der Welt gehen künftig gemeinsame Wege: Facebook kauft den Kurzachrichtenservice WhatsApp. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sagte bei der Bekanntgabe des Deals: “WhatsApp wird uns dabei helfen, unsere Mission, die ganze Welt mineinander zu vernetzen, zu erfüllen”.

Facebook zahlt für den Kauf insgesamt 19 Milliarden US-Dollar (ca. 14 Milliarden Euro). Vier Milliarden Dollar werden hiervon in bar entrichtet. Darüber überschreibt Facebook ein Aktienpaket im Wert von 12 Milliarden Dollar an die WhatsApp-Besitzer. Weitere Aktien im Wert von derzeit drei Milliarden Dollar sollen in den kommenden Jahren an die Gründer und Mitarbeiter des Kurznachrichtendienstes übertragen werden. WhatsApp-Mitgründer Jan Koum wird zudem Mitglied des Verwaltungsrates von Facebook.

In der Branche wiederum sorgt der Deal für Spott. Wettbewerber wie Yahoo oder Google halten den Kauf für maßlos überteuert (zum Vergleich: Skype wurde von Microsoft für acht Milliarden Dollar gekauft), Experten sehen in der Kaufsumme Anzeichen für eine Blase. Nach Bekanntgabe des Deals brach der Aktienkurs von Facebook kurzzeitig um drei Prozent ein. Wie sich der hohe Kaufpreis rechtfertige ließ Mark Zuckerberg bisher offen. In einem hart umkämpften Markt gilt jedoch eine große Nutzerbasis aus gute Ausgangslage, sich mittelfristig durchzusetzen. Und über die verfügt WhatsApp zweifelsohne: Allein in Deutschland nutzen 30 Millionen Menschen den Dienst, weltweit verzeichnet WhatsApp mehr als 450 Millionen Nutzer, von denen 70 Prozent die App täglich nutzen.

Der Kauf fällt in eine Phase, in der immer mehr junge Nutzer Facebook verlassen, was zwischenzeitlich zu deutlichen Kursverlusten der Facebook-Aktie führte. Ob die Nutzergruppe bei WhatsApp aber genau diese Abwanderungen auffängt, bleibt fraglich: WhatsApp fragt das Alter seiner Kunden nicht ab.