Tuesday, June 25, 2019
Startseite > Urlaub & Freizeit > Billigflieger: So teuer sind die Schnäppchenflüge wirklich

Billigflieger: So teuer sind die Schnäppchenflüge wirklich

19,99 € für ein Flugticket nach London? Hört sich nach einem klasse Schnäppchen an. Aber Zusatzleistungen wie Sitzplatzreservierung oder Gepäck lassen das vermeintliche Schnäppchen schnell deutlich teurer werden.

Billigflieger wie Ryanair oder Easyjet beschränken sich auf das Wesentliche, nämlich Personen von A nach B zu befördern. Durch dieses einfache Geschäftsmodell können besonders günstige Flugtarife angeboten werden. Wer lediglich preiswert fliegen will, kann das tatsächlich tun. Wer aber Zusatzleistungen in Anspruch nimmt, der muss kräftig draufzahlen. Denn selbst Angebote wie Sitzplatzreservierung, Reisegepäck und Verpflegung kosten extra.

Dennoch ist das Geschäft mit den Billigflügen höchst lukrativ. Airlines wie Norwegian, Vueling und Germanwings gewinnen immer mehr Kunden. Touristen greifen für die Flüge zu ihren Urlaubszielen in Südeuropa auf Airlines wie Tuifly, Air Berlin oder Condor zurück.

Vergleichen lohnt sich

Hierbei lohnt sich ein Blick auf die Nebenkosten der einzelnen Fluggesellschaften und ein intensiver Vergleich. Beispielsweise verlangt Ryanair bis zu 200% mehr bei Extraleistungen als die Konkurrenz. Der erste Koffer kostete bei Ryanair bereits 60 € zusätzlich. Die Wettbewerber verlangen hierfür maximal 25 €. Eine Umbuchung bei Ryanair ist ebenfalls weit von günstig entfernt: 40 bis 60 € sind hier fällig, egal bei welchem Ticket. Auch konkurrenzlos teuer ist bei Ryanair das Übergepäck: Mit 10 € je Kilo verlangt die irische Billigfluglinie mehr als jede andere Airline dieser Sparte. Selbst die Namensänderung auf einem Ticket kostet den Kunden bei Ryanair 110 bis 160 € je Flug.

Grundsätzlich sollte man sich vor der Buchung gut überlegen, welche Leistungen man wirklich braucht, welche man im Voraus buchen kann und ob es bei Unsicherheiten nicht günstiger ist, andere Airlines zu nutzen. Auch weil es durchaus sein kann, dass man für die Anfahrt der eigentlichen Destination noch einmal draufzahlen muss, weil die Billigfluglinie keinen zentralen Flughafen ansteuert: So verkauft Ryanair seinen Abflughafen in Memmingen als München-West, obwohl dieser ca. 100 Kilometer von München entfernt ist. Es kann also sein, dass weitere Kosten für die Anfahrt zum eigentlich Ziel einkalkuliert werden müssen. Weitere Beispiele: Lübeck statt Hamburg, Hahn statt Frankfurt. Durch den Anflug von kleinen Flughäfen sichern sich die Billigflieger niedrige Gebühren und somit günstige Preise für Endverbraucher.

Die Branche denkt um

Doch die Billigflieger stehen immer wieder unter Druck: Im letzten Quartal schrieb beispielsweise Ryanair einen Verlust von 35 Millionen €, was das schlechteste Quartalsergebnis seit 2008 bedeutet. Aus diesem Grund hat Ryanair vor einiger Zeit die Buchungsgebühr von sieben € je Flug und Person gestrichen. Überhaupt denkt Ryanair um: Service soll künftig mehr im Vordergrund stehen. Es soll fest zugewiesene Sitzplätze geben, ganz ohne Aufpreis. Auch will Ryanair in absehbarer Zeit auch große Flughäfen ansteuern. Man darf gespannt sein, was der neu eingestellte Direktor für Sales und Marketing in der nächsten Zeit an Neuerungen bei Ryanair startet.